01.06.2016

Pfingstfahrt der Wanderkanuten 2016

von Gert Wigankow

Nachdem ich im vergangenen Jahr pausieren musste, konnte ich dieses Jahr als Gast wieder an der Pfingstfahrt der Wanderkanuten teilnehmen.

Das Terrain der diesjährigen Fahrt war mir und den Mitfahrern bekannt, da wir bereits vor drei Jahren an selber Stelle unser Lager aufgeschlagen hatten. Das KiEZ Inselparadies Petzow hatte uns mit seiner Umgebung schon vor drei Jahren sehr gefallen und war für dieses Jahr wiederum als Ziel auserkoren worden. Alle Seen rundherum wurden damals noch nicht abgefahren, so dass es noch genügend lohnende Ziele gab für uns gab...
Das Wetter sollte im Gegensatz zu den Vorjahren nicht ganz so gut werden. Kälte, stürmische Winde und sogar einige kalte Schauer waren vorausgesagt und haben uns auf unseren Touren auch begleitet...

Bereits am Freitag wurden die Boote auf den Hänger geladen, damit am Samstag damit nicht so viel Zeit verschwendet wird und wir beizeiten unser Quartier beziehen konnten. Es sollte ja noch auf´s Wasser gehen! Zu Sechst, mit 2 Zweiern und 2 Einern, die beiden Kinder wollten lieber nicht mit, machten wir uns nach einer Stärkung und dem Beziehen der Betten auf den Weg Richtung Werder. Schon auf dem Glindower See konnte der Nordwestwind über den gesamten See Kraft holen und uns kräftige Böen und Wellen entgegenschleudern. Das Resultat war eine nasse „Bugfrau“, die zum Glück aber wasserdicht und warm eingepackt war. Die Strecke wurde der Witterung wegen, obwohl es nicht regnete, über die Havel und um die Insel Werder recht kurz gehalten. Nur die zwei Unentwegten, Antje und Gyrd, lieferten sich den Wettergebilden weiter aus und fuhren mit ihren beiden Einern über den Großen Zernsee bis zur Autobahnbrücke am Kleinen Zernsee. Das waren für die Beiden immerhin über 20 Kilometer...

Am Abend kam noch Besuch mit leckerem Essen und nach einigen Versuchen konnten wir auch einige unserer Vorräte auf den Grill legen und später vertilgen. Der Kälte wegen (man wird ja auch nicht jünger ;-)), nahmen wir die Speisen in unserem Aufenthaltsraum ein. Dieser war wesentlich freundlicher als noch vor drei Jahren, da wir eine ganze Etage für uns hatten und es keine Zweiteilung der Zimmer gab.
Am Sonntag, nach einem reichhaltigen Frühstück mit langer Schlange am Kaffeetresen, gingen wir dann mit 3 Zweiern und 2 Einern auf „große Fahrt“. Der Wind ging noch nicht ganz so heftig, aber gewaltige Wolken am Himmel drohten uns schon Ungemach an...  Ziel war es, den Schwielowsee zu erkunden und bis ans Ende nach Ferch zu fahren. Als Nachzügler holten uns dann Sabine und Rainer auf dem Schwielowsee ein, die bei Regen- und Graupelschauer losgefahren waren. Wir konnten diesen Schauer teilweise unter der Brücke bei Geltow abwarten.
Die windabgewandte Seite des Schwielowsees konnten wir ganz gut befahren und Gyrd konnte von seinem Boot aus auch schöne Fotos über und unter dem Wasser schießen... Etwas anderes Gutes hatte das Wetter aber noch: es war nicht allzu viel Verkehr auf dem Wasser und wir hatten teilweise den Schwielowsee fast für uns ganz alleine.

In Ferch gestaltete sich das Anlegen zur Mittagspause am Steg der Gaststätte und Pension „Haus am See“ etwas schwierig. Gyrd stieg einfach zur falschen Seite aus dem Boot... Da er so nass nicht in die Lokalität wollte, schlugen Ilka und ich mit ihm kurzerhand das Picknick auf einer Bank auf. Die Anderen durften die Köstlichkeiten in angenehmer Atmosphäre im Restaurant genießen...
Die Rückfahrt wurde durch den Wind und die hohen Wellen erschwert. Ein Teil der Gruppe fuhr an der windabgewandten Seite des Schwielowsees zurück, die Anderen auf der welligen Südostseite. Gyrd, Rainer und Sabine machten am Ende des Sees noch eine Biege um den letzten Zipfel und hatten neben den Kyte-Surfern mit bis zu 2 Meter hohen Wellen (;-)) zu kämpfen. An der Geltower Brücke trafen wir uns trotz der unterschiedlich langen Wege wieder und kamen in fast geschlossener Formation wieder am Ausgangspunkt an. Der kurz vorher niedergehende Regenguss machte uns zwar noch einmal nass, aber die Wolkenformationen und das Wolkenspiel waren wunderschön anzusehen!

Am Abend, nach einem kurzen Spaziergang um das Petzower Schloss, wurde wiederum der Grill angeworfen. Dieses Mal klappte es besser mit dem Anzünden der Kohle und dem Durchglühen, so dass die Reste flott gegrillt werden konnten. ...und wegen der ausbleibenden Wärme aßen wir wiederum in unserem so schönen Aufenthaltsraum...
Die Schlange am Kaffee war am Pfingstmontag nicht so lang und wir konnten nach einem gemütlichen Frühstück Pläne für diesen Tag machen. Nach längerer Diskussion entschieden wir uns für ein Aufladen der Boote und eine Wanderung in der Umgebung.

Und man wird es kaum glauben, nach ein paar Minuten Laufen waren wir dann in den Alpen unterwegs. Das Naturschutzgebiet „Glindower Alpen“ ist die wenigen Schritte wert. Durch die in Glindow einst ansässige Ziegelei, die heute ein Museum beherbergt, wurde einst in der Umgebung eine Menge Ton abgebaut. So bildete sich ein einzigartiges Relief mit tiefen Schluchten, Anhöhen und kleinen Gewässern. Und mitten in diesen Bergen waren wir nun unterwegs. Teilweise auf steilen Treppen ging es eine 40 Meter tiefe Schlucht hinab (der reißende Bach fehlte leider) und auf der anderen Seite wieder hinauf... Mit Regen hatten wir an diesem Sonntag nichts mehr zu tun und wir konnten diese bezaubernde Landschaft in vollen Zügen genießen...
Danach wurden die Boote an den Transporter gekoppelt und es ging auf die Heimreise. Um nicht zu verhungern, wurde eine ausgiebige Rast in der Wildschweinbäckerei eingelegt und die verbrauchten Kalorien wieder aufgefüllt. War ja auch nötig, denn wir mussten ja später noch die Boote im Verein abladen...

Die Reise war wieder sehr schön und ich muss feststellen, dass mir die Wanderkanuten sehr am Herzen liegen. Es ist auch für Barbara nicht leicht, immer ein passendes Ziel für uns zu finden und teilweise muss sie schon Jahre vorher Plätze bestellen, damit wir sooo... schöne Reisen unternehmen können.
In diesem Sinne an Sie und Klaus ein ganz großes Dankeschön!

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