16.06.2014

Pfingstfahrt der Wanderkanuten 2014

von Gert Wigankow

Tradition verpflichtet! Man(n) kann sich dieser schwer entziehen, vor allem, wenn es auch noch Spaß macht und uns der Wettergott dieses Jahr mit der Sonne mehr als verwöhnt hat... - und so darf ich auch dieses Jahr von unserer alljährlichen Tour zu Pfingsten berichten.

Bereits letztes Jahr mussten wir nicht sehr weit reisen. Dieses Jahr kam es jedoch noch besser. Die Anfahrt in unseren Booten war möglich und wurde vom größten Teil unserer Gruppe mit Freude in Angriff genommen. Ziel war das KIEZ am Hölzernen See. Die Streckenlänge von 29 Kilometern ist dabei an einem Tag gut zu bewältigen.

Es ging also am Samstag um 9:15 Uhr los. Es sollte so früh sein, da es ein heißer Tag zu werden versprach und am Morgen der Verkehr auf dem Wasser nicht so stark ist. Und so begannen 5 Boote, 3 Zweier und 2 Einer, das neue „Abenteuer Pfingstfahrt“ bei ruhigem Wasser und wenig Verkehr auf der Dahme. Bis zur Schleuse in Neue Mühle ist es nicht sehr weit und wir bewegten uns auf allseits bekanntem Gewässer.

Der erste Höhepunkt war die Schleusung. Da versuchte ein Charterboot der Kuhnle-Tours-Flotte doch echt quer in die Schleuse einzufahren. Ein ständiges Gerumpel an der Kanalwand und viele Manöver mit ständigem Vor und Zurück ließen uns erschauern. Mit unseren im Vergleich zu diesem „Dampfer“ kleinen Booten waren wir froh, nicht schon in der Schleuse zu sein. Denn wahrschein­lich wären unsere Boote etwas kürzer gemacht worden. So durften wir von Hinten die Einfahrt genau betrachten und hatten mit den anderen Wartenden ein „tolles“ Schauspiel... Die Prämisse lautete danach: nur weit entfernt halten von diesen Booten...

Die Weiterfahrt über den Krimnick- und den Krüpelsee war weniger spektakulär. Aber am Ende des Krüpelsees hatten wir unsere erste Pause verdient. Das erste Mal die Glieder ausstrecken und viel, viel Trinken.

Die Weiterfahrt durch das Bindower Fliess war schön. Der Verkehr nahm jetzt zwar zu, aber die Landschaft konnten wir genießen. Viele Schwäne, Enten, Blesshühner mit ihren Jungen waren ebenfalls unterwegs. Und jede Menge Reiher standen am Ufer, um mit ihren langen Hälsen unvor­sichtige Fische zu erwischen...

Bevor es über den Dolgensee weiter gehen sollte, war das Strand- und Eiscafé in Gussow aber ein Muss für die nächste Pause. Wieder viel Trinken und zur weiteren Abkühlung ein kleiner Eisbecher mussten unbedingt sein.

Über den Dolgensee ging es danach gemütlich auf der nordöstlichen Seite, weit außerhalb der Fahr­rinne für die Motorschifffahrt. Da lobt man es sich, ein Paddler zu sein. Denn inzwischen waren auch mehr Menschen auf dem Wasser mit ihren immer größer werdenden Booten unterwegs. Ab Prieros war es dann wieder gemütlicher auf dem Wasser. Nach einem kurzen engeren Stück weitete sich der Blick auf den langgezogenen Schmöldesee. Schönes klares Wasser macht diesen See zu einem beliebten Ziel für Wassersportler und Camper... Auch für uns Zeit, sich eine letzte Pause vor dem Endspurt zu gönnen. Und wieder viel Trinken...

Die letzten Kilometer über den Schmöldesee und das kurze Stück über den Hölzernen See waren für alle kein Problem mehr. Und am Badestrand wurden wir schon von unserer „Auto- und Verpfle­gungs-Crew“ erwartet. ...

... Bungalows aufteilen und beziehen, Baden, Grillen, gemütliches beieinander Sitzen, Schlafen gehen. Alles bei wunderschönstem Wetter. Keiner hatte da was zu Meckern....

Der nächste Morgen wurde durch die Meisten mit einem Bad im Hölzernen See begonnen. Das Wasser hatte eine gute Temperatur. Nicht zu warm und nicht zu kalt, gerade richtig, um beim nach­folgenden Frühstück richtig wach zu sein. Wie im Vorjahr mussten wir uns diesbezüglich keine Sorgen machen. Ein Frühstück war gebucht und wir konnten es uns an einem langen Tisch gemüt­lich machen, nachdem wir unsere Teller und Tassen am Buffet gut gefüllt hatten.

Unsere heutige Tagestour sollte nicht allzu weit gehen, da wieder ein sehr heißer Tag „drohte“ und am Folgetag die Rücktour anstand. Also ging es erst mal nur über den Hölzernen See Richtung Süden, unter einer Brücke hindurch auf den Kleinen Köriser See. Fast am Ende des Sees fanden wir eine schöne Badestelle, die nach uns auch noch von weiteren Paddlern zur Pause und Erholung auserkoren wurde. Die Sonne brannte zu dieser Zeit schon mächtig und ein kühlender Wind war nicht in Sicht. Also weiter über Moddergraben, Kleinen und Großen Moddersee zum Schulzensee nach Groß Köris. Eine super Restauration erwartete uns dort. Nach etwas schwierigem Anlegema­növer an einem nicht so paddlerfreundlichem Steg, waren wir überrascht, welche kulinarischen Köstlichkeiten unseren Gaumen in der „Märkischen Riviera“ geboten werden sollten. Die verschie­densten Gerichte, wir waren immerhin 13 Personen aus 8 Booten, waren alle sehr, sehr lecker und super angerichtet. Die Wartezeit auf das Essen hat sich da mehr als gelohnt. Die Rückfahrt fiel mir mit vollem Magen und großer Hitze nicht ganz so leicht. Da war die erneute Pause an der schon zuvor besuchten Badestelle, mit fleißigem Geplansche, ganz wichtig. Am Abend: nach dem Baden die Boote aufladen, dann wieder Grillen, gemütliches beieinander Sitzen...

Der Pfingstmontag begann wie der Tag zuvor. Nur dass jetzt die Bungalows geräumt wurden und die „Heimpaddler“ ihre Boote zurecht machen mussten. Eine etwas geänderte Bootsbesetzung ging dieses Mal in 2 Einern und 3 Zweiern auf die Rückfahrt nach Zeuthen.

Da der Montag etwas windiger war, machte es die Tour erträglicher als am Vortag. Es ging den Strom „bergab“ und vielleicht waren wir auch deshalb etwas schneller.

Die Strecke zurück erledigte sich mit zwei ausgiebigen Pausen. Die erste nach der Überquerung des Dolgensees wiederum in Gussow am Strandcafé. Der Dolgensee war dieses Mal nicht ganz so ge­mütlich zu befahren, da er durch den Wind sehr wellig war und der Wind stark in die Gesichter pus­tete. Aber dafür ließ uns das die Hitze nicht so sehr spüren. Es gab aufgrund des starken Windes auch mehrere Raubvögel zu beobachten, die sich vom Wind ohne Flügelschläge in die Höhe treiben ließen und teilweise fast auf der Stelle verharrten.

Nach dem Bindower Fließ und Querung des Krüpelsees Richtung Zernsdorf, ließen wir uns beim „ehemaligen Italiener, der ein Serbe mit kroatischen Wurzeln war und sich nur als Italiener ausgab“, fast alle einen Grillteller schmecken. Die Auswahl unserer Restauration war dieses Mal wieder gut gewählt. Denn die neuen Bewirtschafter, Inhaber einer Fleischerei, hatten ganz vorzügliche Speisen auf dem Teller anzubieten. Da machte es auch nichts, dass einer am Steg eine Kenterrolle auspro­bierte...

Frisch gestärkt ging es auf die letzte Etappe. Die Schleuse wurde fast im Eiltempo genommen. Wir wurden mit allen 5 Booten beim Ankommen gleich in die Schleuse beordert und waren nach 10 Mi­nuten schon hindurch. Diesmal ohne waghalsige Manöver von „Möchtegernkapitänen“... Telefonisch nach der Schleusung bei den Autoheimfahrern angemeldet, waren wir alle zur gleichen Zeit im Verein und zur Belohnung gab es nach dem Abladen der transportierten Boote und einem kurzen Bad noch Kuchen, gekühlte Melone und Ananas.

Und wiederum waren wir uns alle einig: die Fahrt hat großen Spaß gemacht, wir hatten super Wetter und bis auf ein blaues Auge sowie einem „Klumpfuß“, sind auch alle wieder gesund nach Hause ge­kommen.

Das nächste Jahr ist schon gebucht und wird hoffentlich genauso schön werden... Aber erst noch ein großes Dankeschön an Klaus und Barbara Maske, die wieder diese wundervolle gemeinsame Fahrt organisiert haben!

... und nun ist Zeit und Deutschland kann in Brasilien Weltmeister werden...

Bilder der Pfingstfahrt finden Sie in unserer Galerie: Link