07.06.2018

Zwei Bronzemedaillen beim Canoe Marathon World Cup für Lena Röhlings

von Fritz Hennies

Vom 25. bis zum 27. Mai fand im nordportugiesischen Viana do Castelo auf dem Rio Lima der diesjährige Canoe Marathon World Cup statt. 20 Nationen entsandten insgesamt rund 450 Sportler zu diesem hochkarätigen Wettkampf der ICF International Canoe Federation. Der Deutsche Kanuverband hatte mit Lena Röhlings (15) und Bendix Hennies (15) auch zwei Sportler des AdW für die 12 köpfige deutsche Nationalmannschaft nominiert. Lena Röhlings glänzte mit zwei Bronzemedaillen für Deutschland.

Erst wenige Tage zuvor hatten die beiden Kanurennsportler zwei deutsche Meistertitel nach Zeuthen geholt: Am 12. Mai wurde Bendix Hennies in Kassel auf der Fulda Deutscher Jugendmeister und Lena Röhlings am Folgetag Deutsche Juniorenmeisterin im Kanu-Marathonrennsport. Nun stellten sich die beiden Schüler der Flatow Sportschule in Köpenick erstmalig der Konkurrenz im Ausland.

Die Anreise nach Portugal erfolgte bereits am Pfingstmontag, damit sich die Aktiven mit den Eigenheiten der Wettkampfstrecke auf dem Rio Lima, welche nur ca. 2,5 km von der Meeresmündung entfernt ist, vertraut machen konnten. Eine besondere Herausforderung stellten dabei die kräftigen Tidenströme dar, welche den 3,6 km langen Rundkurs unterschiedlich stark und in den Wenden teilweise sehr abrupt tangierten. Auch galt es die Portagen einzustudieren, bei denen die Athleten mit viel Geschick anlanden und ihr Boot ca. 150 m im Lauftempo über Land tragen müssen, bevor es nach einem Sprung ins Boot wieder auf dem Wasser mit „Volldampf“ weitergeht.

Zur „Einstimmung“ fanden am Samstag die sogenannten Short-Races statt. Bei diesen Rennen gilt es in drei Runden eine Gesamtstrecke von 3,6 km mit zwei Portagen zu absolvieren. Lena Röhlings passierte nach 17:30.32 Minuten hinter den Engländerinnen Florence Duffield und Georgia Carmichael mit einem Abstand von ca. 13 Sekunden als Dritte die Ziellinie. Exakt dieser Zieleinlauf wiederholte sich am Sonntag beim Hauptrennen mit 29 Teilnehmerinnen. Lena absolvierte die 19,00 km und 4 Portagen in einer Wettkampfzeit von 1:43:13.62 Stunden. Der Abstand zu den beiden Erstplatzierten betrug ca. 43 Sekunden. Mit dem Ausgang der beiden Rennen waren die Athletinnen und Funktionäre auf britischer und deutscher Seite hoch zufrieden. Lena genoss sichtlich die beiden feierlichen Siegerehrungen. „Ich hatte keinesfalls mit einer Medaille bei dieser Regatta gerechnet, daher freue ich mich ganz besonders über meine beiden Überraschungserfolge“, resümiert die zweifache Bronzemedaillengewinnerin. Außerdem habe sie u.a. durch die taktischen Finessen der erfahrenen Britinnen viel für zukünftige Rennen lernen können.

Auch Bendix Hennies ist gut in das Wettkampfwochenende gestartet. Er erkämpfte sich beim Short-Race mit einer Wettkampfzeit von 16:31.74 Minuten einen hervorragenden 10. Platz. Entsprechend motiviert und engagiert ist er dann am Sonntag gegen seine 64 Konkurrenten ins Hauptrennen gestartet. Nach zwei von fünf Runden hatte er sich eine Position im vorderen Drittel des Feldes erkämpft. Doch dieser extreme Einsatz in der Anfangsphase forderte dann leider seinen Tribut. Kreislaufprobleme, gepaart mit Funktionsbeeinträchtigungen am Steuer, zwangen Bendix schließlich zur Aufgabe. Als jüngster Teilnehmer wurde Bendix übrigens die Ehre zuteil, bei der Eröffnungsveranstaltung die deutsche Flagge tragen zu dürfen.

Die beiden ehrgeizigen Zeuthener Sportler werden sich nun wieder auf die Sprintdisziplinen konzentrieren und sich insbesondere auf die Ostdeutschen Titelkämpfe in Brandenburg (21. bis 24. Juni) und Deutschen Meisterschaften in Hamburg (29. Aug. bis 2. Sept.) vorbereiten. Zwischendurch steht für Lena Röhlings allerdings noch ein Marathoneinsatz bei der Europameisterschaft in Metkovic/Kroatien (5. bis 8. Juli) auf dem Programm, wo sie wahrscheinlich nicht nur im K1, sondern mit Ardis Luda aus Leipzig auch im K2 an den Start gehen wird.