25.06.2017

Pfingstfahrt der Wanderkanuten 2017

von Gert Wigankow

Die Pfingstfahrt der Wanderkanuten, auf der ich wieder Gast sein durfte, ging dieses Jahr in die ehemalige Kreisstadt Beeskow. Als Ziel für Kanuten ist die Stadt direkt an der Spree sehr gefragt, denn sie liegt auf dem unmittelbaren Weg von Berlin in den Spreewald und umgekehrt.

Wir waren zwar nicht auf dem Weg in oder vom Spreewald, wollten aber die unmittelbare Umgebung näher kennen lernen. Zumal das von Barbara ausgewählte Quartier sehr schön gelegen ist und auf Jahre vorher gebucht werden musste... ein Zeichen von guter Qualität, welche einige von uns wenige Jahre vorher schon einmal erleben durften. Ich war damals noch nicht dabei, so dass für mich und meine Familie alles neu war.

Vor der Abreise wurden alle Boote auf die einzelnen PKW „verschnürt“ und durften Huckepack über die Landstraßen nach Beeskow fahren. Die Autobahn war tabu, da dort wegen der Bauarbeiten vor dem Autobahnkreuz Spreeau längere Wartezeiten im Stau abzusehen waren. Außerdem ist die Landschaft abseits der Autobahn viel schöner und die eigene Heimat soll man ruhig mal intensiver wahrnehmen...

Zur Mittagszeit wurden wir herzlich empfangen und die Zimmer wurden zugeteilt. Das Besondere an jedem dieser Zimmer war, dass jedes einen direkten Zugang über eine Terrassentür zur Wiese vor der Spree hat. Also beste Sicht auf die Natur, die abgelegten Boote, die Reiher und Raubvögel, die ihre Kreise zogen...

Nach einer kurzen Pause wurden die Boote startklar gemacht und die erste Tour stromab wurde in Angriff genommen.

Kurz hinter der ersten Brücke wurden wir einen guten Meter abwärts geschleust und dann ging es einige Kilometer bei schönstem Sonnenschein durch die mäandernde Spree. Weil nur wenige Motorboote unterwegs waren, konnte man die Natur dabei umso mehr genießen.

Pause wurde erst in Radinkendorf gemacht. Aufgrund der Ortskenntnis unserer beteiligten Kanuten wurde der beste Platz zum Anlanden gefunden und nach einem kurzen Stück Fußweg die Einkehr „Storchennest“ geentert. Kaffee, Kuchen, ein Radler bzw. Bierchen gegen den aufkommenden Durst wurden geordert und allen ging es gut. Die paar Tropfen, die kurz vorbei schauten, machten da gar nichts und bei Sonnenschein ging es wieder gegen die seichte Strömung zur Schleuse in Beeskow und kurz dahinter zu unserer Herberge.

Traditionell wird am Abend gegrillt. Da Klaus dieses Jahr ein Fehlen der Grillkohle ausschließen wollte und ganz, ganz fest daran gedacht hatte, gab es auch keine bösen Überraschungen diesbezüglich. Der Grill war schnell in Gang gebracht und für ein leckeres Abendessen gesorgt.

Obwohl das Wetter nicht so gut vorausgesagt war, hielt es sich doch bis in den sehr späten Abend und wir konnten die gesamte Zeit an der frischen Luft verbringen...

In der Nacht kam dann der „versprochene“ Regen. Er war ausdauernd und sollte bis in den Nachmittag des Sonntag auch nicht aufhören... 3 Bootsbesatzungen mit 6 Wagemutigen ließen sich aber nicht abhalten und stiegen nach dem Frühstück bei den widrigen Bedingungen in die Zweier und machten sich stromauf auf den Weg.

Ich war einer der weniger Wagemutigen und verband das schlechte Wetter mit einem notwendigen Erfordernis, einem Kurztrip nach Zeuthen um – ganz wichtig – meinen frisch geernteten Honig zu rühren. Aufgrund des hohen Rapsanteils begann die Kandierung des Honigs dieses Jahr sehr schnell und um ihn cremig zu bekommen, musste regelmäßig bis zum Abfüllen gerührt werden...

Zwei der gestarteten Bootsbesatzungen waren bei einigen Sturmböen und anhaltendem Regen bis zur Fähre in Leißnitz gekommen, von wo sie nach einer kurzen Rast wieder zurückkamen. Eine Besatzung musste dem Regen und den undichten Spritzdecken Tribut zollen und kehrte schon eher um. Hätten sie alle gewusst, dass meine Frau und ich dann am späten Nachmittag bei gutem Wetter und sogar einigen Sonnenstrahlen dieselbe Tour bis zur Fähre absolvieren konnten, hätten sie wahrscheinlich auch abgewartet...

So hat der Rest der Truppe, Barbara und Klaus, Ilka und Clara, den Vormittag statt auf der Spree in Richtung Spreewald, ein wenig die Stadt Beeskow erkundet und sogar eine leckere Eisdiele gefunden. Davon konnte ich mich nach meiner Rückkehr auch überzeugen - lecker...

Durch den Regen war unsere Truppe nun ein wenig zersplittert, doch am Abend haben wir uns alle wieder am Grill zusammen gefunden und die nächste „Grill-Party“ konnte beginnen. Da wir uns den großen Pensions-Grill aber mit einer weiteren Gruppe teilen mussten, hatten wir ein wenig Leerlauf und konnten uns die Zeit bis zum Auflegen der ersten Würste nur mit dem Zuprosten mit Wasser, Sekt und Bier vertreiben... Als die Wartezeit letztendlich abgelaufen war, konnten wir mit vereinten Kräften den Grill zu uns neben die Tische tragen und für ein weiteres „festliches Dinner“ sorgen.

Der Abend war wieder angenehm, wenn auch etwas kühler als der Vorabend, aber dennoch angenehm...

Nach einem zünftigen Frühstück, so wie am Vortag, wurden die Zimmer geräumt und die letzte Paddel-Ausfahrt vorbereitet. Das Wetter hatte sich stabilisiert, es war warm und versprach ein schöner Tag zu werden. Die Route war auch schnell gefunden - es sollte um die Spreeinsel Beeskow gehen mit einem Abstecher bis zum Oegelnischen See. Und es wurde auch eine super Tour...

Nach kurzem Warmpaddeln ging es einen schmalen Kanal entlang, in dem nach einigen hundert Metern eine Schleuse folgte. Selbst-Schleusen war angesagt ... - ...

und das war harte Arbeit.

Erst musste auf der unteren Seite das Tor von oben nach unten geschlossen werden, dann das obere Tor leicht geöffnet werden, damit das Wasser einlaufen kann, dann vollständig geöffnet werden, damit alle mitsamt Boot und Köpfen in die Schleuse einfahren können, dann wieder geschlossen werden, um im Anschluss das untere Tor wiederum etwas zu öffnen, damit das Wasser auslaufen kann und danach ganz zu öffnen, damit ausgefahren werden kann... Das ganze musste dann noch einmal wiederholt werden, da nur jeweils drei Boote geschleust werden konnten... Das kostete die Schleusen-Crew´s ziemlich viel Handarbeit und Armkraft, da die Schleusentore über eine Spindel gefühlte tausend Umdrehungen pro Schleusengang notwendig machten. Aber echte Kanuten schaffen das ;-)

Überrascht hat uns auch, wie wenig Wasser wir unter dem Kiel hatten, als wir aus der Schleuse ausfahren konnten. Es waren wohl nur noch 10 bis 15 cm Wasser da. Anschließend paddelten wir noch bis zum Oegelnischen See und dort um eine kleine Schilfinsel herum. Auf der Rücktour spreeaufwärts, nahmen wir dann die „richtige“ Schleuse...

Nach dem Anlanden am Ausgangspunkt wurden die Boote wieder auf den Autos „verschnürt“, ein Bad in der Spree genommen und dann ging es für jeden individuell nach Hause.

Für uns hieß das aufgrund des super Wetters, dass wir wir unbedingt noch einmal die Eisdiele in Beeskows Zentrum aufsuchen mussten.... lecker.....

Die Fahrt hat uns allen wieder viel Spaß gemacht. Da wir wissen, wie viel Arbeit die Organisation macht, wollen wir uns hier vor allem bei Barbara, unserer Fahrtenleiterin, herzlichst bedanken! Sie hat wieder einmal ein tolles Quartier ausgesucht und gebucht, was uns allen sehr zugesagt hat.

Danke!

... bis zur nächsten großen Pfingstfahrt im nächsten Jahr zum Beetzsee...

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